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auch für individuelle Stillberatung, sowie Geburts-Begleitung bei Handicaps oder Babys mit schlechter Prognose.

 

 

 

Doula Astrid
Doula Astrid

Geschichte der Doula

Die Tradition der Doula ist uralt und ihre Anwesenheit und Unterstützung bei Geburten ist keineswegs eine neue Entwicklung. Die gebärende Frau wird zusätzlich zur Hebamme von einer ihr vertrauten, geburtserfahrenen Frau begleitet. In vielen Kulturen war und ist es üblich, dass eine Gruppe Frauen zusammenkam, um eine Frau während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett zu unterstützen und zu umsorgen.

Die erste Doula der „Neuen Zeit“

Alle Frauen, die nun die Aufgabe als Doula für sich entdecken und in dieser „Berufung“ beginnen zu arbeiten, um andere Frauen zu unterstützen, bewegen sich auf den Fußspuren der „ersten Doula“, die in den 1970er Jahren als Studentin an den Untersuchungen zur Bindungsforschung zwischen Mutter und Kind der Wissenschaftler Dr. Klaus und Dr. Kennell teilnahm. Es wurde das Verhalten von Müttern untersucht, die im Vergleich zu anderen Müttern nicht gleich nach der Geburt von ihren Kindern getrennt wurden und man wollte herausfinden, was Mütter nach der Geburt in der ersten Stunde mit ihrem Kind machen.

Dieser Untersuchung vorausgegangen waren Beobachtungen bei Ziegen, die ihre Lämmer nicht mehr säugten, wenn diese länger als 20 Minuten nach der Geburt von ihnen getrennt waren. Die Trennung von Mutter und Kind war in den 70er Jahren weltweit verbreitet und wurde damit begründet, dass sich die Mutter erst einmal von den Anstrengungen der Geburt erholen sollte. Welchen Effekt die Trennung zwischen Mutter und Kind bei Menschen hat, wollten die Wissenschaftler herausfinden. Die 19jährige Studentin Wendy nahm an diesen Untersuchungen teil und sollte 10 Frauen nach der Geburt beobachten und alles was sie sah notieren. Als ihre Aufzeichnungen ausgewertet wurden, fiel auf, dass sich ihre Ergebnisse sehr von denen der anderen Studentinnen unterschieden. Ihre Frauen hatten wesentlich leichtere und kürzere Geburten, weniger medizinische Interventionen, waren sehr zufrieden mit ihrem Geburtserlebnis und stillten ihre Babys nach der Geburt. Man sprach mit Wendy und fragte sie, was sie gemacht habe. Wendy erzählte, dass sie sich in den Kreißsaal zu den wehenden Frauen geschlichen habe, weil sie ihnen nah sein wollte, um sie ein wenig zu unterstützen. Es war ihr ein inneres Bedürfnis und sie konnte die Frauen nicht alleine lassen. Sie streichelte das Haar der Gebärenden, hielt ihre Hand und sagte ihr ein paar nette Worte. Mehr nicht. Eine dem Wissenschaftlerteam angehörende Ethnologin fand einige Zeit später einen „Namen bzw. Bezeichnung“ dafür, was Wendy tat. Sie entdeckte das griechische Wort „douleia“ – was „der Frau dienen“ bedeutet und bezeichnete Wendy als „Doula“. Die Dr. Klaus und Kennell führten aufgrund der Ergebnisse von Wendy erste Studien zum Effekt der Doula-Geburtsbegleitung durch.

Studien zur kontinuierlichen Geburtsbegleitung

Die Studie, „Kontinuierliche Unterstützung für Frauen während der Geburt“, wurde von der angesehenen Cochrane Collaboration anhand der Erfahrungen von fast 13.000 Frauen durchgeführt. Diese internationale Organisation entwirft und hält aktuelle, strenge systematische Reviews über die hoch-qualitativen Studien in vielen Bereichen der Gesundheitsvorsorge und Medizin fest.

Verglichen mit Frauen ohne kontinuierliche Betreuung, liefen jene, die kontinuierliche Unterstützung von einer außenstehenden (nicht der Klinik zugehörigen) Person hatten, bedeutend weniger Risiko, einen Kaiserschnitt zu haben oder andere Interventionen und Unzufriedenheit zu erleiden.

Diese Frauen hatten:
26% weniger Risiko per Kaiserschnitt zu gebären
41% weniger Risiko mit Saugglocke oder Zange zu gebären
28% weniger Risiko irgendein Schmerzmittel oder Anästhesie und
33% weniger Risiko unzufrieden zu sein oder ihre Geburtserfahrung negativ zu beurteilen.

Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass alle Frauen Unterstützung während der gesamten Wehentätigkeit und Geburt haben sollten. Dies wird u.a. bereits seit Jahrzehnten von der WHO gefordert und babyfreundlich zertifizierte Kliniken (www.babyfreundlich.org) setzen diese Forderungen auch teilweise um.

Es geht weniger darum, eine Geburt gut zu planen als sich emotional, mental und den eigenen Körper positiv zu stärken und sich in Vorfreude auf den neuen Lebensabschnitt als Mutter vorzubereiten. Denn dies ist eine Zeit des Wandels, des Übergangs, begleitet von viel Freude aber auch von Tränen. Gebären ist ein zutiefst weiblicher, natürlicher Vorgang und ALLE Frauen verfügen über die Kompetenz zu gebären. Der Beginn des Lebens sollte ein heiliger, feierlicher Augenblick sein - und in privater Atmosphäre mit vertrauten Menschen sein Kind begrüßen zu dürfen, ist eine hervorragende Basis für die spätere Bindung und Beziehung zwischen Kind, Mutter und Vater.

© Melanie Schöne - Leiterin Doula Aus- und Weiterbildung - Autorin - Filmemacherin - www.meine-doula.de



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© Astrid Riediger